Der Kuchen soll fruchtig-säuerlich schmecken, der Boden knusprig bleiben und die Baiserhaube nicht nach kurzer Zeit zusammenfallen. Ein Rhabarberkuchen mit Baiser gelingt zuverlässig, wenn der Mürbeteig vorgebacken wird, der Rhabarber nicht zu viel Flüssigkeit mitbringt und der Eischnee erst im letzten Drittel in den Ofen kommt. Hier finden Sie passende Mengen für eine 26-cm-Springform, genaue Backzeiten und Lösungen für die häufigsten Fehler.
Die wichtigsten Stellschrauben für einen gelungenen Rhabarberkuchen
- Vorbacken schützt den Mürbeteig vor einem weichen Boden.
- 750 g vorbereiteter Rhabarber ergeben eine saftige, aber nicht wässrige Fruchtschicht.
- Eiweiß mit zimmerwarmer Temperatur lässt sich besonders stabil aufschlagen.
- Baiser erst nach etwa 25 Minuten Backzeit aufstreichen.
- Mindestens 2 Stunden auskühlen lassen, bevor der Kuchen angeschnitten wird.

Die richtige Kombination aus Mürbeteig, Rhabarber und Baiser
Der Reiz dieses Kuchens liegt im Kontrast. Unten liegt ein buttriger, leicht mürber Boden, darauf kommt der säuerliche Rhabarber und oben eine süße, luftige Haube. Ich mag diese Kombination besonders, weil die Süße des Baisers die Säure ausgleicht, ohne den typischen Rhabarbergeschmack zu überdecken.
Für ein gutes Ergebnis braucht jede Schicht eine andere Behandlung. Der Mürbeteig bleibt durch kurzes Vorbacken stabil, die Frucht wird mit etwas Stärke gebunden und das Baiser darf nur so lange backen, bis es außen goldgelb und innen noch zart ist.
Diese Zutaten brauchen Sie für eine 26-cm-Springform
| Bestandteil | Zutaten |
|---|---|
| Mürbeteig | 250 g Mehl, 125 g kalte Butter, 75 g Zucker, 1 Eigelb, 1 Prise Salz |
| Fruchtschicht | 750 g geputzter Rhabarber, 80 g Zucker, 25 g Speisestärke, 1 Päckchen Vanillezucker |
| Baiserhaube | 4 Eiweiß, 180 g feiner Zucker, 1 TL Zitronensaft |
| Für die Form | Butter und etwas Mehl oder Backpapier |
Bei dicken Rhabarberstangen ziehe ich die faserige Haut mit einem Sparschäler ab und schneide sie in etwa 1 bis 2 cm große Stücke. Die Blätter gehören nicht in den Kuchen. Sehr dünne, junge Stangen müssen meist nicht geschält werden, solange die Oberfläche zart ist.
Die Speisestärke bindet den austretenden Fruchtsaft. Zusätzlich streue ich gern 1 bis 2 Esslöffel gemahlene Mandeln auf den vorgebackenen Boden. Sie sind kein Muss, helfen aber spürbar, wenn der Rhabarber besonders saftig ist.
So wird der Kuchen in drei Backphasen zubereitet
1. Mürbeteig vorbereiten
Mehl, Butter, Zucker, Eigelb und Salz rasch zu einem glatten Teig verkneten. Falls er nicht zusammenhält, genügt meist ein Esslöffel kaltes Wasser. Den Teig flach drücken, 30 Minuten kalt stellen und anschließend in eine gefettete Springform drücken. Dabei einen Rand von etwa 3 cm hochziehen.
Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen und bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 10 Minuten vorbacken. Ich lege kein Backpapier mit Hülsenfrüchten auf, wenn der Rand sauber hochgezogen ist. Bei sehr weichem Teig verhindert blindes Backen mit Backgewichten allerdings, dass der Boden an den Seiten abrutscht.
2. Rhabarber garen
Die Rhabarberstücke mit Zucker, Vanillezucker und Speisestärke vermischen und ungefähr 10 Minuten stehen lassen. Hat sich bereits viel Flüssigkeit gesammelt, gieße ich den Überschuss ab. Ein wenig Saft ist erwünscht, eine große Pfütze würde den Boden jedoch weich machen.
Die Frucht auf dem vorgebackenen Boden verteilen und den Kuchen weitere 25 Minuten bei 180 °C backen. Der Rhabarber soll weich werden, aber noch etwas Struktur behalten. Genau hier entscheidet sich, ob der Kuchen später saftig oder matschig wirkt.
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3. Baiser aufstreichen und fertig backen
Während der Kuchen im Ofen ist, schlage ich das Eiweiß mit Zitronensaft zunächst schaumig. Den Zucker lasse ich langsam einrieseln und schlage weiter, bis die Masse glänzt und beim Anheben des Schneebesens feste Spitzen bildet.
Nach den ersten 25 Minuten den Kuchen kurz herausnehmen und das Baiser locker auf dem heißen Rhabarber verteilen. Die Temperatur auf 160 °C Ober-/Unterhitze reduzieren und den Kuchen weitere 15 bis 18 Minuten backen. Die Haube soll hellgolden sein. Wird sie zu schnell dunkel, decke ich sie locker mit Alufolie ab, ohne sie auf das Baiser zu drücken.
So bleiben Boden und Baiser wirklich gelungen
Der häufigste Fehler ist zu viel Flüssigkeit in der Fruchtschicht. Rhabarber besteht zu einem großen Teil aus Wasser und gibt beim Zuckern schnell Saft ab. Stärke, gemahlene Mandeln und ein kurzes Abgießen wirken zusammen deutlich besser als eine einzelne Maßnahme.
Auch beim Eischnee lohnt sich Sorgfalt. Schüssel und Rührbesen müssen vollkommen fettfrei sein, und im Eiweiß darf kein Eigelb landen. Ich verwende lieber eine Glasschüssel oder eine Edelstahlschüssel, weil sich darin Fettspuren leichter entfernen lassen als in manchen Kunststoffschüsseln.
| Problem | Mögliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Weicher Boden | Zu viel Fruchtsaft oder kein Vorbacken | Rhabarber abgießen, Stärke verwenden und Boden 10 Minuten vorbacken |
| Baiser fällt zusammen | Eiweiß nicht steif genug oder zu früh aufgetragen | Zucker langsam einarbeiten und Baiser erst nach der Fruchtbackzeit aufstreichen |
| Baiser wird dunkel | Zu hohe Temperatur oder zu lange Backzeit | Temperatur auf 160 °C reduzieren und bei Bedarf locker abdecken |
| Kuchen lässt sich schlecht schneiden | Noch warm oder nicht fest genug ausgekühlt | Mindestens 2 Stunden, besser vollständig, auskühlen lassen |
Ein wenig Feuchtigkeit zwischen Frucht und Baiser ist normal. Das Baiser bleibt bei einem saftigen Belag selten tagelang trocken und knusprig. Wer eine besonders trockene, knusprige Haube bevorzugt, sollte den Kuchen am selben Tag servieren und nicht luftdicht verpacken.
Varianten, Aufbewahrung und der beste Zeitpunkt zum Servieren
Für eine mildere Füllung mische ich den Rhabarber mit 200 g Erdbeeren. Die Erdbeeren bringen Süße und Farbe, reduzieren aber nicht automatisch die Flüssigkeit. Deshalb bleibt die Speisestärke auch bei dieser Variante sinnvoll.
Eine Vanillefüllung passt ebenfalls gut. Dafür können Sie vor dem Rhabarber eine dünne Schicht aus Vanillepudding oder Quark auf den vorgebackenen Boden geben. Ich würde sie nicht zu dick auftragen, weil der Kuchen sonst schwerer durchbackt und die Frucht ihren frischen Charakter verliert.
Am besten schmeckt der Kuchen vollständig ausgekühlt bei Zimmertemperatur. Reste bewahre ich für höchstens 24 Stunden im Kühlschrank auf und stelle sie nicht in eine dicht schließende Kunststoffdose. Ein lockerer Kuchendeckel verhindert, dass die Baiserhaube durch Kondenswasser klebrig wird.
Zum Einfrieren eignet sich der Kuchen nur eingeschränkt. Der Mürbeteig und die Fruchtschicht überstehen das Einfrieren recht gut, die Baiserhaube wird nach dem Auftauen jedoch oft weich. Wenn ich auf Vorrat backe, friere ich den Boden mit Rhabarber lieber ohne Baiser ein und bereite die Haube später frisch zu.
Der kleine Zeitplan für entspanntes Backen
Planen Sie insgesamt etwa 70 Minuten plus Kühl- und Abkühlzeit ein. Der Teig ruht 30 Minuten, der Kuchen backt ungefähr 50 bis 55 Minuten und sollte danach mindestens 2 Stunden auskühlen. Diese Geduld macht beim Anschnitt einen größeren Unterschied als eine besonders aufwendige Dekoration.
Wenn der Boden goldgelb, die Rhabarberschicht weich und das Baiser nur leicht gebräunt ist, stimmt die Balance. Ich schneide den Kuchen erst mit einem scharfen, leicht erwärmten Messer an. So bleibt die Haube sauber und die säuerliche Fruchtschicht sitzt stabil auf dem Mürbeteig.