Eine selbst gemachte Mayonnaise steht in wenigen Minuten auf dem Tisch, schmeckt frischer als viele Fertigprodukte und lässt sich genau auf den eigenen Geschmack abstimmen. Wer Mayonnaise selber machen möchte, braucht nur Ei, Öl, Senf und etwas Säure. Ich zeige dir ein zuverlässiges Grundrezept, die richtige Technik mit dem Stabmixer, Rettung bei geronnener Sauce sowie wichtige Hinweise zur Aufbewahrung.
Cremige Mayonnaise gelingt mit wenigen Handgriffen
- Grundmenge: 1 Ei, 200 ml neutrales Öl, Senf, Zitronensaft und Salz.
- Wichtigster Trick: Ein hohes, schmales Gefäß verwenden und den Stabmixer zunächst am Boden halten.
- Geschmack: Rapsöl oder Sonnenblumenöl schmecken mild, Olivenöl deutlich kräftiger.
- Aufbewahrung: Mit rohem Ei sofort kalt stellen und innerhalb von 1 bis 2 Tagen verbrauchen.
- Geronnene Mayo: Oft lässt sie sich mit einem neuen Eigelb oder etwas Wasser retten.

Das Grundrezept gelingt mit wenigen Zutaten
Für etwa 250 ml Mayonnaise verwende ich ein frisches Ei, 200 ml geschmacksneutrales Öl, einen Teelöffel mittelscharfen Senf, einen Esslöffel Zitronensaft oder milden Essig sowie einen halben Teelöffel Salz. Das Ei und der Senf sollten möglichst dieselbe Temperatur wie das Öl haben. Ich nehme sie deshalb etwa 20 bis 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank, lasse sie aber nicht unnötig lange warm stehen.
| Zutat | Menge | Funktion |
|---|---|---|
| Ei | 1 Stück | Bindet Öl und Flüssigkeit |
| Raps- oder Sonnenblumenöl | 200 ml | Sorgt für Volumen und Cremigkeit |
| Senf | 1 TL | Würzt und unterstützt die Emulsion |
| Zitronensaft oder Essig | 1 EL | Bringt Frische und leichte Säure |
| Salz | 1/2 TL | Rundet den Geschmack ab |
Beim Öl empfehle ich für den Anfang Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Extra natives Olivenöl kann eine bittere oder sehr intensive Note entwickeln, besonders wenn es kräftig aufgeschlagen wird. Ein mildes Olivenöl funktioniert dagegen gut, wenn die Mayonnaise mediterraner schmecken soll.
Die Zubereitung mit dem Stabmixer
- Ei, Senf, Zitronensaft und Salz in ein hohes, schmales Gefäß geben.
- Das Öl langsam daraufgießen. Es muss nicht vorsichtig tröpfeln, sollte aber gleichmäßig einlaufen.
- Den Stabmixer senkrecht bis auf den Boden stellen und dort einschalten.
- Den Mixer etwa 10 bis 15 Sekunden ruhig halten, bis am Boden eine helle, dicke Creme entsteht.
- Den Stabmixer langsam nach oben ziehen und die restliche Flüssigkeit einarbeiten.
- Zum Schluss abschmecken und bei Bedarf mit etwas Zitronensaft, Salz oder Wasser korrigieren.
Die Mayonnaise ist fertig, sobald sie glänzend, dick und gleichmäßig aussieht. Das dauert meist weniger als eine Minute. Ein zu weiter Behälter erschwert die Emulsion, weil der Mixerkopf das Öl und Ei nicht konzentriert genug erfasst.
Darum entscheidet die Emulsion über die Konsistenz
Mayonnaise ist eine Emulsion. Dabei werden winzige Öltröpfchen gleichmäßig in einer wässrigen Phase verteilt. Das Lecithin aus dem Eigelb hilft beim Binden, während Senf und Säure die Mischung zusätzlich stabilisieren.
Der häufigste Fehler ist nicht das Rezept, sondern die Bewegung des Mixers. Wird er sofort im Gefäß herumgeführt oder zu früh angehoben, gelangt zu viel Öl auf einmal in die Ei-Säure-Mischung. Ich lasse den Stabmixer deshalb bewusst erst am Boden arbeiten und ziehe ihn erst nach oben, wenn dort sichtbar eine feste Creme entstanden ist.
Wer lieber mit dem Schneebesen arbeitet, sollte zunächst nur das Eigelb mit Senf und Säure verrühren. Das Öl wird anschließend zuerst tropfenweise, später in einem sehr dünnen Strahl eingearbeitet. Diese Methode braucht mehr Geduld, belohnt aber mit guter Kontrolle über die Konsistenz.
Wenn die Mayonnaise gerinnt, lässt sie sich oft retten
Eine geronnene Mayonnaise wirkt flüssig, ölig oder flockig. Das bedeutet meist, dass sich Öl und Ei nicht mehr miteinander verbinden. Wegwerfen muss ich sie deshalb nicht sofort, denn in vielen Fällen lässt sich die Mischung noch stabilisieren.
Rettung mit Eigelb
Ein frisches Eigelb in ein sauberes Gefäß geben und die geronnene Sauce zunächst teelöffelweise unterrühren. Sobald die Masse wieder dicker wird, kann die restliche Mayonnaise langsam dazukommen. Diese Methode ist besonders zuverlässig, wenn deutlich Öl ausgetreten ist.
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Rettung mit Wasser
Bei einer nur leicht instabilen Sauce reichen oft ein bis zwei Teelöffel lauwarmes Wasser. Ich gebe das Wasser in ein neues Gefäß und mixe die geronnene Mayonnaise nach und nach hinein. Das klingt unspektakulär, funktioniert aber erstaunlich gut, wenn die Sauce nur etwas zu fest oder ungleichmäßig geworden ist.
Wird die Mayonnaise bitter, riecht ungewöhnlich oder stand sie längere Zeit warm, sollte sie nicht mehr gerettet werden. Lebensmittelsicherheit geht vor, besonders bei Zubereitungen mit rohem Ei.
Mit diesen Varianten passt sie zu jedem Gericht
Das Grundrezept ist eine neutrale Basis für Pommes, Sandwiches, Kartoffelsalat und Burger. Ich würze die Sauce lieber erst nach dem Emulgieren, weil sich Salz, Säure und Gewürze dann genauer dosieren lassen.
| Variante | Zusätze | Passt besonders gut zu |
|---|---|---|
| Knoblauch-Mayonnaise | 1 kleine geriebene Knoblauchzehe | Ofenkartoffeln, Grillgemüse, Brot |
| Kräuter-Mayonnaise | 1 EL Petersilie, Schnittlauch oder Estragon | Fisch, Spargel, Kartoffeln |
| Remouladen-Art | Gewürzgurke, Kapern, Kräuter und etwas Joghurt | Backfisch, Roastbeef, Sandwiches |
| Scharfe Mayonnaise | Chili, Sriracha oder Cayennepfeffer | Burger, Wraps, Süßkartoffelpommes |
| Ei-freie Variante | Aquafaba oder Sojadrink als Basis | Vegane Salate und Dips |
Bei Knoblauch gebe ich lieber zunächst wenig dazu. Sein Aroma zieht im Kühlschrank nach und wird oft kräftiger, als es direkt nach dem Mixen wirkt. Für eine leichtere Sauce kann ich außerdem ein bis zwei Esslöffel Naturjoghurt unterheben. Dadurch wird sie milder, aber auch etwas weniger stabil.
Rohes Ei verlangt kurze Wege und gute Kühlung
Selbst gemachte Mayonnaise mit rohem Ei ist nicht so lange haltbar wie ein industrielles Produkt. Ich fülle sie direkt nach der Zubereitung in ein sauberes, verschließbares Glas und stelle sie in den Kühlschrank, idealerweise bei etwa 2 bis 6 Grad Celsius.
Für den privaten Haushalt halte ich eine Lagerzeit von höchstens 1 bis 2 Tagen für sinnvoll. Die Sauce sollte nicht lange auf dem Buffet stehen und nicht mit einem bereits benutzten Löffel ins Glas zurückgefüllt werden. Für Schwangere, kleine Kinder, ältere oder immungeschwächte Personen ist eine Variante mit pasteurisiertem Ei die vorsichtigere Wahl.
Am besten bereite ich nur so viel zu, wie tatsächlich gebraucht wird. Die Zutaten kosten wenig, die Zubereitung dauert kaum fünf Minuten und eine kleine frische Portion schmeckt meist besser als ein großes Glas, das mehrere Tage geöffnet im Kühlschrank steht.
Frisch gemixt schmeckt sie am besten
Mit einem schmalen Gefäß, Zutaten mit ähnlicher Temperatur und einem ruhigen Start am Boden gelingt die Sauce sehr zuverlässig. Für den mildesten Geschmack greife ich zu Rapsöl, für eine kräftigere Note zu gutem Olivenöl und für Salate ergänze ich die fertige Mayonnaise mit etwas Joghurt oder Kräutern.
Mein wichtigster Rat ist, beim ersten Versuch nicht zu viel auf einmal zu verändern. Erst das Grundrezept stabil zubereiten, dann Säure, Salz und Gewürze anpassen. So entsteht eine cremige, frische Sauce, die sich leicht auf Pommes, Salate, Sandwiches und viele hausgemachte Gerichte abstimmen lässt.